Ein möglicher weiterer Behandlungsweg sind unsere bariatrischen Therapieverfahren. 

Vorteile eines bariatrischen Eingriffs

  • schnelle und nachhaltige Gewichtsreduktion 

→ ABER: auch ein chirurgischer Eingriff erfordert eine dauerhafte Veränderung im Bewegungs- und Ernährungsverhalten, um das Körpergewicht dauerhaft zu reduzieren.

 

Wer kommt für eine bariatrische Operation in Frage?

  • BMI > 40kg/m² + ausbleibender Erfolg einer konservativen Therapie
  • BMI > 40kg/m² + Diabetes Mellitus 
  • BMI > 35kg/m² + Begleiterkrankung wie z.B. Bluthochdruck oder Diabetes Mellitus Typ 2
  • BMI > 50kg/m²

 

Mögliche adipositaschirurgische Behandlung:

  • Magenbypass in verschiedenen Formen
  • Schlauchmagenoperation
  • SADI / SASI.

 

Unsere angebotenen endoskopischen Interventionen: 

  • Endoskopischer Schlauchmagen / Endosleeve
  • Magenballon (als Vorbereitung einer operativen Intervention)

 

Vorbereitung der Operation

Als Patienten werden Sie individuell von unserem interdisziplinären Team betreut und zusätzlich im Rahmen von Gruppen-Informationsveranstaltungen ( Material Informationsveranstaltung) auf ihren Eingriff vorbereitet. Jederzeit steht Ihnen auch danach das Adipositaszentrum als Ansprechpartner für gesundheitliche Belange jeder Form und zur standardisierten Nachsorge zur Verfügung.

 

 

Magenbypass

Diese Operation kombiniert zwei Vorteile miteinander:

  • Reduzierung der Nahrungsmenge, die Sie bei einer Mahlzeit zu sich nehmen können.
  • Reduzierung der Verwertung der gegessenen Nahrung.
  • Ausserdem sorgt diese Operation dafür, dass Sie die Nahrungsmittel nicht mehr vertragen, die Sie ohnehin vermeiden sollten (d.h. konzentrierte Zucker und Fette).

Beim Magen-Bypass wird der Magen durch eine Naht in zwei Teile getrennt:
Eine kleine Magentasche und den größeren Restmagen. Die Magentasche kann nur wenig Nahrung aufnehmen, bis sie gefüllt ist. Dadurch werden die Rezeptoren aktiviert, die dem Gehirn "Sättigung" signalisieren. Patienten haben das Gefühl, schneller und länger satt zu sein.
Außerdem wird der Dünndarm so umgeleitet, dass sich Nahrung und Verdauungssäfte erst im mittleren Dünndarm vermengen können. Daher wird ein Großteil der Nährstoffe und Kalorien nicht verdaut, sondern verlässt den Körper wieder mit dem Stuhl.
Wegen des Dumping-Syndroms, das durch die schnelle Entleerung von Zucker in den Dünndarm ausgelöst wird, lernen Sie, zuckerhaltige Speisen und Getränke zu vermeiden.
Sehr fetthaltige Speisen können zu übel riechenden Fettstühlen führen, so dass Sie auch diese Speisen vermeiden sollten.

 

Vorteile:

  • Mehr Gewichtsverlust als beim Magenband oder Schlauchmagen.


Nachteile:

  • Die Operation selber hat höhere Risiken als z.B. das Einsetzen eines Magenbandes.
  • Weil nicht mehr alle Vitamine und Nährstoffe aufgenommen werden können, müssen Sie lebenslang Vitamin- und Mineralpräparate zu sich nehmen.
  • Eine Spiegelung des Restmagens ist nicht mehr möglich.

 

Schlauchmagen 

Beim Schlauchmagen wird der größte Teil des Magens entfernt, so dass ein schlauchförmiger Restmagen übrig bleibt. Somit kann man nur wenig auf einmal essen und fühlt sich schneller satt. Gleichzeitig wird durch das Schlauchmagen-Verfahren der Teil des Magens entfernt, in dem das Hormon gebildet wird, das für das Hungergefühl verantwortlich ist (Ghrelin). Dadurch hat man vor allem in der ersten Zeit weniger Hungergefühl und seltener Heißhungerattacken. Der Schlauchmagen kann auch der erste Schritt von zwei Operationen sein, z. B. für Patienten mit einem sehr hohen BMI. Nach Gewichtsabnahme durch den Schlauchmagen wird dann in einer zweiten operation der Schlauchmagen zu einem Magen-Bypass oder zu einer Biliopankreatischen Diversion mit Duodenal-Switch umgewandelt.
Da das Schlauchmagen-Verfahren ein relativ junges Operationsverfahren ist, liegen bisher noch keine aussagekräftigen Langzeitdaten nach der Operation vor.

 

Vorteile:

  • Starke Verkleinerung des Magens, aber der normale Weg der Nahrung bleibt erhalten.
  • Ghrelin-Areal entfernt, dadurch weniger Hungergefühl, weniger Heißhungerattacken.
  • Kein Dumpingsyndrom, da der Magenausgangsmuskel erhalten bleibt.
  • Verdauungstrakt bleibt vollständig erhalten, selten Mangelerscheinungen (Vitamine / Mineralien)
  • Eine Magenspiegelung ist auch weiterhin problemlos möglich.

 

Nachteile:

  • Die Wirkung der Verkleinerung des Magens funktioniert nicht bei flüssigen hochkalorischen Nahrungsmitteln oder Flüssigkeiten.
  • Nicht umkehrbare Operation - Magen wird entfernt.
  • Durch die Naht am Schlauchmagen sind Komplikationen wie Undichtigkeit oder Fisteln möglich.

Magenballon

Der Magenballons kommt präoperativ zum Einsatz bei einem BMI > 40 um bereits vor der Magenoperation Gewicht zu reduzieren.

Im Rahmen einer Magenspiegelung wird ein Silikonballon in den Magen verbracht

 

Dieser wird mit 400 bis 700ml Kochsalzlösung aufgepumpt.

 

Das Magenvolumen wird somit verkleinert, wodurch der Patient weniger Appetit hat.

 

Nach etwa 6 Monaten wird der Ballon wieder entfernt.
Patienten können in diesem Zeitraum bis zu 20 kg verlieren.

 

Endoskopischer Schlauchmagen 

Es handelt sich bei dem endoskopischen Schlauchmagen um eine Magenverkleinerung ohne Bauchschnitt. Das Ziel ist eine sichere und wirkungsvolle Gewichtsreduktion bei Adipositas. 

Im Rahmen einer Magenspiegelung wird mit Hilfe einer speziell entwickelten Nahttechnik das Volumen des Magens um 50-70 % verkleinert und die Passage der Speise verlangsamt. Dabei wird kein Teil des Magens entfernt.

 

Vorteile: 

  • geringe Komplikationsrate, da es sich um ein minimalinvasives Vorgehen handelt

Nachteile: 

  • geringere Gewichtsabnahme als bei bauchchirurgischen Eingriffen
  • kein Ersatz zur chirurgischen Therapie

Unsere Chirurgen beraten die Patienten bereits bei der Erstaufnahme zur Möglichkeit von adipositaschirurgischen Interventionen. Neben der Durchführung bariatrischer Operationen begleiten die Chirurgen die Patienten auch in der bariatrischen Nachsorge, zum Beispiel beim Komplikationsmanagement oder bei möglichen Folgeeingriffen. 

Oberärztin Dr. Miriam Dreßler 

Fachärztin für Viszeralchirurgie 

Adipositaschirurgin

Oberarzt André Ring 

Facharzt für Allgemeinchirurgie 

Adipositaschirurg 

Jeanne Hübler 

Case Managerin 

Viszeralchirurgie 

 

 

„Bei vorliegender Indikation und nach Überleitung aus der Tagesklinik bin ich für einen reibungslosen Ablauf der OP Vorbereitungen verantwortlich sowie für die Organisation der Adipositaschirurgischen Sprechstunde."

Anmeldung über Jeanne Hübler unter 0351 856-3016

Sprechzeiten Mittwoch 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr 
Lage Haus A/B in Zimmer B303/4 (über den Fahrstuhl zwischen Haus A und B im 2.OG erreichbar)

 

Bitte bringen Sie zum Termin folgende Unterlagen mit:

 

Informationen für Patient:innen zur Adipositas-Chirurgie: 

Referenzzentrum für Adipositas- und Metabolische Chirurgie

Zum wiederholten Male wurde Frau Dr. Miriam Dreßler, Oberärztin für Viszeralchirurgie, vom FOCUS als Top-Medizinerin im Bereich Adipositaschirurgie ausgezeichnet.

 

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